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Radverkehrsbrücke über die Eder

Neubau einer barrierefreien und klimaneutralen Radverkehrsbrücke über die Eder, Teilstück einer zentralen Alltagsradwegeverbindung durch die Ederauen.
Titelbild
Radverkehrsbrücke, Urheberin: Stadt Frankenberg (Eder)

Frankenberg (Eder)

Maßnahmentyp

Fahrradbrücken und Unterführungen

Name des Projektes

Radverkehrsbrücke über die Eder

Bundesland

Hessen

Einwohner*innen

17,739

Besiedelung

Teilweise städtisch

Lage

Peripher

Kommune

Frankenberg (Eder)

Zuständige Abteilung

Lokale Herausforderungen
  • Flächenkonflikte
  • Topographie
  • Demographie
  • Schrumpfende Städte

Maßnahmenbeschreibung

Eine der im städtischen Radverkehrskonzept identifizierten Hauptrouten führt aus Nordwesten kommend in östliche Richtung vom sogenannten „Ederdorf“, einem Wohnquartier mit rund 40 % der Kernstadtbevölkerung, durch die Ederaue („Große Wehrweide“), in Richtung Innenstadt, u. a. zu einem Behörden- und Schulzentrum. Auf dem Weg dorthin muss die Eder sowie ein Mühlgraben überquert werden. Die alte Ederbrücke war baulich jedoch nicht nur in einem schlechten Zustand, sondern mit einer Rampenneigung von zehn bzw. 13 Prozent zudem nicht barrierefrei. Das Projekt umfasst daher die bauliche Erneuerung der Brücke über die Eder inkl. Beschilderung, Markierung und Beleuchtung. Neben der Brückenerneuerung wurde begleitend auch das Wegekonzept auf der „Großen Wehrweide“ verbessert. Der Standort der neuen Brücke wurde hierbei so gewählt, dass eine direktere Wegeverbindung entsteht. Die Brücke ist rund 60 m lang und ist mit maximal sechs Prozent Steigung barrierefrei. Die Breite zwischen vier und fünf Metern erlaubt auch den sicheren Begegnungsverkehr. Vor allem der Alltagsradverkehr wird somit barrierefrei, sicher und auf einem direkteren Weg durch die Ederauen und über die Eder geleitet.

Das Tragwerk der Brücke besteht aus Holz, der Brückenbelag aus großformatigen und widerstandsfähigen Betonfertigteilen. Das Holz wurde vor allem für die Tragkonstruktion im vor Witterung geschützten Unterbau verwendet, das macht die Brücke nachhaltig und dauerhaft. Für die Trägerkonstruktion wurden rund 160 m³ Holz verbaut und damit rund 160 t klimaschädliches CO2 eingelagert. Das macht die Brücke klimaneutral.

Die Epoxidharzbeschichtung des Weges in Sandbeige fügt sich harmonisch ins Landschaftsbild ein und minimiert die Oberflächentemperatur für das Mikroklima im Landschaftsschutzgebiet. Der Einstieg in den Radweg ist durch entsprechende Nullabsenkung barrierefrei und sicher gewährleistet. Die LED-Beleuchtung sowie die helle Oberflächenbeschichtung des Weges erhöhen die Sicherheit. Die Straße „Illersteg“ im weiteren Verlauf der Route wird zukünftig zur Fahrradstraße umgewidmet.

Das Projekt hat eine große Relevanz für den innerstädtischen Radverkehr, weil es für mehr als 4.000 Menschen die Fahrradanbindung an die Innenstadt entscheidend verbessert. Gleichzeitig „denkt“ es die Bedürfnisse von anderen mit. Besonders die Bewohner*innen den nahegelegenen Senior*\innenheims profitieren von der Neugestaltung. Für sie entsteht erstmals ein barrierefreier Weg in die attraktiven Ederauen.

Ziele

  • Komfort und Fahrspaß
  • Mehr Personen fahren Fahrrad
  • Reduktion pirvater Autoverkehr (sogenannter MIV)
  • Klima- Und Umwelschutz
  • Barrierefreiheit

Ergebnisse

Barrierefreie Radverkehrsbrücke mit LED-Beleuchtung und anschließender Fahrradstraße auf der Route zur Verbesserung einer zentralen Alltagsradwegeverbindung. Brücke und Wegeverbindung werden sehr gut angenommen, auch optisch punktet die Brücke in der Bevölkerung.

Dauer: Planung und Umsetzung

05/2021 – 04/2022

Kosten / Mittelherkunft

1,200,000 Euro

  • Eigenmittel: 25 Prozent
  • Landesmittel: 75 Prozent (Verkehrsinfrastrukturförderung: Richtlinie Nahmobilität)

Personeller Aufwand

Keine Angabe

Beteiligte Ämter

Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt, Fachbereich Sicherheit und Ordnung, Pressestelle

Beteiligte Akteur*innen

Landkreis Waldeck-Frankenberg (Fachdienst Umwelt), Hessen Mobil, Energiegesellschaft Frankenberg/Abwasserwerk

Kommunikation der Maßnahme

Pressemitteilungen, offizielle Einweihungsfeier

Herausforderungen

Hochwasserschutz, Naturschutz (Genehmigungen)

Besonderheiten

  • Nachhaltige Ressourcen
  • Inklusive Maßnahme (Erhöhung Zugänge/ Gerechtigkeit)
  • Spezifische Zielgruppe: Pendler*innen, Schüler*innen, Tourist*innen

Quelle des Praxisbeispiels:

Stadt Frankenberg (Eder)

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Fuß- und Radweg-Brücke über den Großen Zernsee

Stadt: Potsdam/ Werder (Havel)
Bundesland: Brandenburg

Die neue Fuß- und Fahrradbrücke über den Großen Zernsee bilde eine barrierefreie Verbindung zwischen den Städten Potsdam und Werder (Havel) und ist ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Mobilität im Alltags-, Tourismus- und Pendelverkehr.

Abbildung: Einweihung, Urheberin: Stadt Werder (Havel)

Versunkene Brücke

Stadt: Bocholt
Bundesland: Nordrhein-Westfalen

Bau einer Brückenunterführung die einen zentralen Knotenpunkt für Rad und Fuß unterläuft und somit auch für den geplanten Radschnellweg den Übergang der 4 spurigen Straße vermeidet.

Abbildung: Urheberin: kubaai

Fuß- und Radweg-Brücke über den Großen Zernsee

Stadt: Potsdam
Bundesland: Brandenburg

Die neue Fuß- und Fahrradbrücke über den Großen Zernsee bilde eine barrierefreie Verbindung zwischen den Städten Potsdam und Werder (Havel) und ist ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Mobilität im Alltags-, Tourismus- und Pendelverkehr.

Abbildung: Urheberin: Stadt Potsdam

Radbrücke am Tübinger Stauwehr

Stadt: Tübingen
Bundesland: Baden-Württemberg

Auf zwei Spuren geht es nun für die Radfahrer*innen auf einer Länge von 85 Metern und einer Breite von vier Metern am Stauwehr vorbei.

Abbildung: Urheberin: Reutlinger General-Anzeiger Verlags-GmbH & Co. KG